Dücker Group: Die Belegschaft ist Familie

von Carolin Scholz

Ein Familienunternehmen mit 360 Mitarbeitenden: Bei der Dücker Group arbeiten nicht nur in der Geschäftsführung Vater, Sohn und Tochter der Gründungsfamilie (siehe Foto v.l.: Peter, Julia und Markus Dücker), auch in den anderen Abteilungen ist es schon vorgekommen, dass mehrere Teile einer Familie dort beschäftigt sind. Die Belegschaft ist Familie – im wahresten Sinne des Wortes. Eine familiäre Atmosphäre ist der Geschäftsleitung dementsprechend wichtig. Dafür wird einiges getan.

Claudia Thienenkamp engagiert sich für die Unternehmenskultur.

Die Dücker Group stellt Fördertechnik für verschiedene Unternehmen und Industriebereiche her. Mit Förderanlagen und der dazu notwendigen Software sorgt Dücker dafür, dass Produkte und Waren in Betrieben zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ankommen – um weiterverarbeitet oder verkauft zu werden. Eine der größten Branchen, in denen das Langenfelder Unternehmen tätig ist, ist die Wellpappenindustrie. Ein großer Teil der Kartons, aus denen später Möbel ausgepackt oder in die Waren zum Verschicken eingepackt werden, sind vorher einmal über die Förderanlagen von Dücker gelaufen.

Obst gehört zum Gesundheitsmanagement bei Dücker.

 Die meisten Beschäftigten arbeiten im technischen Bereich

Bei Dücker arbeiten Beschäftigte etwa in der Fertigung, um die Anlagen herzustellen, dort, wo Software programmiert und Förderwege eingerichtet werden. Außerdem in der Montage, die die Anlagen beim Kunden installiert und dafür sorgt, dass alles rollt. Auch kaufmännisches Personal beschäftigt das Unternehmen. Etwa zehn Prozent der Beschäftigten sind Frauen. „Wir haben leider meist wenige Bewerberinnen. Das liegt auch daran, dass die Arbeit bei uns oft mit einer hohen Reisetätigkeit verbunden ist“, sagt Claudia Thienenkamp, Referentin für Personal und Ausbildung bei Dücker. Für Mütter sei das zum Beispiel oft nicht besonders attraktiv. Doch Claudia Thienenkamp merkt, dass auch immer mehr Männer nach Angeboten für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie fragen. Daher versuche man bei Dücker, Lösungen zu finden, die es allen Beschäftigten leichter machen, ihr Privatleben mit dem Beruflichen in Einklang zu bringen.

Zum Beispiel ihr Konzept „Monteur 50/50“ – oder auch „80/20“. Beschäftigte, die auf Montage in aller Welt unterwegs sind, legen selbst fest, welchen Anteil ihrer jährlichen Arbeitszeit sie höchstens fernab von zuhause verbringen möchten.

 Mitarbeitende können mitbestimmen

Aber auch schon vor diesem neuen Konzept konnten Beschäftigte mitbestimmen, wann sie auf keinen Fall unterwegs sein wollen. Um etwa wichtige Lebensereignisse, wie die Einschulung der Kinder, oder andere persönliche Termine nicht zu verpassen. „Unsere Mitarbeitenden wissen, dass sie damit zu ihrer Führungskraft gehen können – und eine möglichst unbürokratische Lösung gesucht wird.“

Kostenfreies Obst und Getränke auch für Azubi Tim Warzecha.

Das gilt auch für Arbeitszeitmodelle in den Bereichen vor Ort. Etwa im Empfang teilen sich zwei Mitarbeiterinnen eine Stelle – und stimmen sich miteinander ab. „Das funktioniert gut – das würden wir immer wieder so machen“, sagt Claudia Thienenkamp. Es finde sich eigentlich immer eine Lösung für jeden speziellen Fall. Zum Beispiel auch, wenn Beschäftigte neuen privaten Herausforderungen gegenüber stehen – wie etwa der Pflege eines Angehörigen. Claudia Thienenkamp hat sich im vergangenen Jahr beim Kompetenzzentrum Frau und Beruf zum betrieblichen Pflegecoach ausbilden lassen. Jetzt ist sie erste Ansprechpartnerin für Mitarbeitende, die neben ihrem Beruf pflegebedürftige Angehörige betreuen. Die Dücker Group gehört damit zu den ersten Unternehmen, die so auch dieses Thema professionell angehen.

Markus Dücker hat für die Sorgen seiner Mitarbeitenden immer ein offenes Ohr.

Gesundheitstipps gibt es im eigenen Newsletter

Für Themen rund um die Gesundheit der Belegschaft gibt es bei Dücker einen eigenen Newsletter unter dem Titel „feelgood“. Darin geht es mal um betriebliche Altersversorgung und Rente, oder auch mal um Gesundheitstipps im Sommer bei heißem Wetter. Während der Corona-Pandemie wurden auch Spielideen für die Kinder zuhause geteilt und ein Malwettbewerb ausgelobt.

Auch in der Fertigung freut man sich über das Zertifikat.

Für ein familiengeführtes Unternehmen sei das Thema Familie gewissermaßen immer präsent. In den vergangenen Jahren habe das Thema aber insgesamt in der Öffentlichkeit mehr Bedeutung bekommen. „Da haben wir uns gefragt: Was machen wir in diese Richtung eigentlich schon?“, sagt Claudia Thienenkamp. „Die logische Konsequenz war es für uns dann, das, was wir schon anbieten besser zu strukturieren und zu professionalisieren.“ Dabei hat die Teilnahme am Zertifikat HIER AUSGEZEICHNET ARBEITEN geholfen. Die Dücker Group ist eines von neun Unternehmen, die 2020 das Zertifikat für wegweisende Unternehmenskultur des Kompetenzzentrums und der IHK Düsseldorf erhalten haben.

Dücker Group, Langenfeld:

360 Mitarbeitende, davon weiblich 29.

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