Erste Pflege-Coachs in KMU starten

von Andrea Lützenkirchen

Pflege

Sie sind stolz, die ersten zu sein: Sieben Unternehmen und Organisationen aus Düsseldorf und dem Kreis Mettmann haben jetzt einen „Betrieblichen Pflege-Coach“. Und damit einen kompetenten Ansprechpartner oder Ansprechpartnerin für pflegende Mitarbeitende. Das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Düsseldorf und Kreis Mettmann hat den neuen Intensivkurs eigens ins Leben gerufen, um Betriebe für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.

Pflege
Leonora Fricker (Kompetenzzentrum Frau und Beruf Düsseldorf Kreis Mettmann), Stefan Steinsiepen (Sparkasse Hilden Ratingen Velbert), Eva-Christina Bergmeister (anyMOTION GRAPHICS GmbH), Inga Heuel (auxmoney GmbH), Cornelia Holländer (Referentin), Gabriele Schoek (Staatskanzlei des Landes NRW), Katja Hannig (ERGO Group), Christa Beermann (Referentin), Claudia Thienenkamp (Dücker conveyor systems GmbH) und Stephan Jäger (IHK Düsseldorf)
Foto: Melanie Zanin

„Der Mix aus Theorie und Praxis ist gut angekommen“, so Leonora Fricker vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf, die den Kurs konzipiert hat. „Die Teilnehmenden haben viele Anregungen für die individuelle Umsetzung im Betrieb erhalten. Eine Personalreferentin sagt: „Ich weiß jetzt, wie ich das Thema angehe.“ Einhelliges Fazit der am Intensivkurs teilnehmenden Unternehmen: Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege wird in jedem Betrieb ein immer wichtigeres Thema.

previous arrow
next arrow
Slider

 

Drängendes Thema für Unternehmen

In Zeiten des Fachkräftemangels erkennen immer mehr kleine und mittlere Unternehmen, wie wichtig eine familienorientierte Unternehmenskultur ist, um Mitarbeitende zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden. Dazu zählen auch die Beratung und Unterstützung von Beschäftigten, die sich neben ihrem Beruf um pflegebedürftige Angehörige kümmern. Ein drängendes Thema für Unternehmen. Nicht nur steigt der Altersdurchschnitt in den Betrieben: Arbeitnehmende versuchen verstärkt, private Aspekte mit der Erwerbstätigkeit zu verbinden. Dabei sind immer noch die meisten Pflegenden Frauen: 68 Prozent sind weiblich. Auf eine pflegesensible Unternehmenskultur zu setzen, hat für Arbeitgebende deshalb gute Gründe. Sie vermindert Ausfallzeiten von Fachkräften, stärkt die Mitarbeiterbindung und macht das Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Pflege und Beruf: Niedrigschwellige Angebote

Viele Firmen haben dies bereits erkannt und setzen auf niedrigschwellige Angebote, so wie z.B. das Unternehmen MECU Metallhalbzeug GmbH & Co. KG in Velbert. „Ein Mitarbeiter von uns ist an einem Wochenende an einem Herzinfarkt verstorben, weil der Stress zu groß war. Wir haben dann gesagt, dass das Thema tatsächlich präsent ist und wir etwas tun müssen“, so die Geschäftsführerin Sabine Lindner-Möller. Seither bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitenden Entspannungsräume, Informationen zum Pflege-Thema und einen Ansprechpartner an.

Im eintägigen Intensivkurs zum „Betrieblichen Pflege-Coach“ erfahren Geschäftsführende und Personalverantwortliche alles über die neuen Pflege-Gesetze. Denn seit 2015 müssen Arbeitgebende ihre Beschäftigten per Gesetz unterstützen. Sie lernen zudem, welche Handlungsoptionen es gibt, um betriebliche Angebote für pflegende Angehörige zu entwickeln. Für Menschen mit wenig Zeit, bieten wir ein Web-Seminar zum Thema an.

Mehr erfahrenMehr erfahren

ZURÜCK