Meine Superwoman/mein Superman

von Andrea Lützenkirchen

Wer ist Ihre Superwoman, Ihr Superman? Vorbilder – oder Rolemodels, wie sie jetzt meist genannt werden – motivieren uns. Egal ob real oder fiktiv, unsere meist unbewusst gewählten Vorbilder zeigen uns, wohin auch wir wollen. Sie können uns da stärken, wo wir uns schwach fühlen und uns Mut machen, wo wir nicht weiter wissen.

Für unsere Vorbilder-Kampagne haben wir fünf junge, beruflich erfolgreiche Frauen aus der Region nach ihrer Superwoman/ihrem Superman gefragt. Alle fünf nannten ihre Mutter bzw. ihren Vater, die das Familienunternehmen leiten. Dabei sind alle fünf Frauen selbst Vorbilder für andere weibliche Fach- und Führungskräfte. Im Interview erzählen die fünf, was ihnen bei ihrer Arbeit wichtig ist.

„Meine Superwoman/mein Superman ist:

Laura Westerhorstmann, Personalleiterin Stadtbäckerei Westerhorstmann GmbH & Co. KG, Düsseldorf

… meine Mutter Sandra Westerhorstmann, weil sie mir vorlebt, wie viel Herz und Leidenschaft in einem Brötchen steckt.“

Sandra und Laura Westerhorstmann

Frage: „Ihre Mutter ist Ihnen ein Vorbild und auch Sie selbst sind eine Superwoman: Sie sind jung, weiblich, erfolgreich. was motiviert Sie?“
Laura Westerhorstmann: „Als Familienunternehmen stehen wir uns natürlich alle sehr nah. Deswegen motiviert mich vor allem unser Team und unsere MitarbeiterInnen. Wenn die Leidenschaft für ein Produkt entsteht, steckt das an und motiviert. Zeitgleich ist man natürlich auch neugierig. Ich gehe andere Projekte an als meine Eltern und habe auch eine andere Sichtweise auf einige Prozesse, die „schon immer so waren“. Die größte Motivation zieht man natürlich aus seinen erfolgreichen Projekten. Als Personalerin motiviert mich aber natürlich am meisten jeder neue erfolgreich integrierter Mitarbeiter.“

Frage: „Was bedeutet für Sie „female Leadership“?“
Laura Westerhorstmann: „Die Führung in Unternehmen wandelt sich derzeit elementar. Weg von einer autoritären Führung hin zum miteinander. Female Leadership bedeutet für mich vor allem ein anderer Umgang miteinander. Es ist bewiesen, dass Vielfalt den Unternehmenserfolg nachhaltig beeinflusst. Und nach dem Gusto sollte auch geführt werden. Ein Anfang ist schon damit getan, wenn man im Alltag nicht auf etwaige Stereotypen zurückgreift, Das gilt aber für Männer und für Frauen.“

Frage: „Was tun Sie in Ihrem Unternehmen, um Frauen zu fördern?“
Laura Westerhorstmann: „Als Handwerksbäckerei haben wir durch unsere Fachgeschäfte natürlich eine hohe Frauenquote. Insbesondere dort übernehmen fast nur Frauen Führungsverantwortung. Ihnen stehen wir mit Schulungsmaßnahmen zur Seite, um sie weiter in ihrer Position zu stärken und zu fördern. In der Backstube sieht das tatsächlich noch etwas anders aus, wobei wir auch hier bereits einige Frauen in die Teams integrieren konnten. Grundsätzlich unterstützen wir alle Mitarbeiterinnen, wenn sie beispielsweise Kinder bekommen oder die Eltern pflegen müssen. Hier können wir das Arbeitszeitmodell anpassen, also der Wechsel von Voll- in Teilzeit oder den Einsatzort in die Nähe des Kindergartens verlagern. Auch hatten wir bereits einen ersten Vater, der in Elternzeit gegangen ist und somit auch seine Frau unterstützen konnte.“

Frage: „Sie sind ein Vorbild für junge Frauen. Was ist Ihr Erfolgsrezept?“
Laura Westerhorstmann: „Neugierig sein und Zuhören. Gerade in dieser Zeit, in der meine Eltern mit im Betrieb sind, kann man unglaublich viel lernen und mitnehmen. Zeitgleich beginnt man natürlich auch bereits kritisch Prozesse zu hinterfragen. Das Gleiche gilt für unsere Mitarbeitenden. Jeder ist Experte auf seinem Gebiet und ihnen die richtigen Fragen zu stellen, kann einen unglaublichen Mehrwert bieten. Zeitgleich ist mir meine persönliche Weiterbildung sehr wichtig, die den Fokus über das „Daily Business“ hinausbringen. Vor allem hierbei nehme ich immer viel an neuen Ideen und an Motivation mit ins Unternehmen.“

Guter Geschmack hat ein Zuhause
Firma: Stadtbäckerei Westerhorstmann GmbH & Co. KG
Standort: Düsseldorf
Mitarbeiter: 180
Branche: Handwerksbäcker

 

Janina Wagenfeld, Managing Director QuoTec GmbH, Ratingen:

… meine Mutter Marion Wagenfeld, weil sie sich ihre Vision nie hat ausreden lassen und immer dafür gekämpft hat.“

Janina und Marion Wagenfeld
Janina und Marion Wagenfeld

Frage: „Ihre Mutter ist Ihnen ein Vorbild und auch Sie selbst sind eine Superwoman: Sie sind jung, weiblich, erfolgreich. Was motiviert Sie?“
Janina Wagenfeld: „Meine Motivation ist der Spaß an unserem Produkt, die Zusammenarbeit mit unseren Kunden und ein gutes Arbeitsklima innerhalb des Teams.“

Frage: „Was bedeutet für Sie „female Leadership“?“
Janina Wagenfeld: „Female Leadership bedeutet für mich, zu versuchen allen Mitarbeitenden, männlich wie weiblich, gerecht zu werden und alle Potentiale heraus zu finden und zu fördern. Aber auch mal, wenn es nötig ist, streng zu sein.“

Frage: „Was tun Sie in Ihrem Unternehmen, um Frauen zu fördern?“
Janina Wagenfeld: „Da unsere Branche eher männerdominiert ist, ist es mir besonders wichtig, auch Frauen einzustellen. Hierbei lege ich großen Wert darauf, auch auf die speziellen Bedürfnisse einzugehen und dann Homeoffice, Gleitzeit oder flexible Arbeitszeiten anzubieten.“

Frage: „Sie sind ein Vorbild für junge Frauen. Was ist Ihr Erfolgsrezept?“
Janina Wagenfeld: „Generell ist es wichtig, sich mit seinem Job zu identifizieren und sich wohl zu fühlen, denn nur dann kann man 100% geben und respektiert werden.“

More time for real business
Firma: QuoTec GmbH
Standort: Ratingen
Mitarbeitende: 40
Branche: IT & Services, Softwareentwicklung

 

Désirée Bleckmann, Controlling BLF-Gruppe, Velbert:

… mein Vater Volker Bleckmann, weil er neben dem stetigen Wachstum des Unternehmens und den zunehmenden Herausforderungen nie die Nähe zu seinen Mitarbeitern verloren hat.“

Désirée und Volker Bleckmann
Désirée und Volker Bleckmann

Frage: „Ihr Vater ist Ihnen ein Vorbild und auch Sie selbst sind eine Superwoman: Sie sind jung, weiblich, erfolgreich. Was motiviert Sie?“
Désirée Bleckmann: „Die größte Motivation in der täglichen Arbeit ist die Zusammenarbeit und der Kontakt mit unseren Mitarbeitenden. Durch die familiäre Struktur sind wir alle relativ eng miteinander verbunden. Somit können Entscheidungen auf kurzem Weg getroffen und bei Bedarf schnell reagiert werden.“

Frage: „Was bedeutet für Sie „female Leadership“?“
Désirée Bleckmann: „Leider gibt es meiner Meinung nach immer noch zu große Unterschiede in der Betrachtung zwischen weiblichen und männlichen Führungskräften, weshalb ich Begriffe wie „female Leadership“ nicht unbedingt verwende. Ich würde mir wünschen, dass sich hinsichtlich der Auflösung von Geschlechterdifferenzen in der Berufswelt und auf dem Arbeitsmarkt eine größere Toleranz, Akzeptanz und daraus resultierende Selbstverständlichkeit in der Gesellschaft entwickelt. Auf der anderen Seite sollen weibliche Erwerbstätige auch mutig genug sein um selbstbewusster an die Führungsthematik heranzutreten.“

Frage: „Was tun Sie in Ihrem Unternehmen, um Frauen zu fördern?“
Désirée Bleckmann: „Tatsächlich werden Frauen bei uns nicht unbedingt anders behandelt als Männer. Evolutionsbedingt muss man natürlich etwas flexibler reagieren was die Familien- und Nachwuchsplanung angeht. Somit versuchen wir für jede Mitarbeiterin, die beispielsweise kurz vor ihrem Mutterschutz steht, die optimale Lösung zu finden um Familie und Beruf vereinbaren zu können – auch nach ihrer Familienpause. Dadurch sind wir sehr froh, dass bisher all unsere jungen Mitarbeiterinnen wieder zurückgekehrt sind.“

Frage: „Sie sind ein Vorbild für junge Frauen. Was ist Ihr Erfolgsrezept?“
Désirée Bleckmann: „Ich denke es ist schon mal ein guter Anfang, wenn man den täglichen Herausforderungen des Lebens offen und aktiv gegenübertritt, bereit für Veränderungen ist und sich immer wieder neue Ziele setzt. Wenn man sich neben den stressigen Tagen auch mal Auszeiten gönnt, hat man sicherlich eine gute Basis geschaffen.“

Wir lieben das, was wir tun.
Firma: BLF-Gruppe
Standort: Velbert, Oberhausen, Witten
Mitarbeitende: 290
Branche: Lebensmittelgroßhandel und Großküchentechnik

 

Britta Berrenbaum (mit Leander), Quality & Business Development, bits-to-dots GmbH & Co. KG, Langenfeld:

… meine Mutter Andrea Berrenbaum, weil sie in der Krise den unternehmerischen Mut nicht verloren hat und den Familienbetrieb fokussiert und neu erfunden hat.“

Andrea, Britta und Leander Berrenbaum

Frage: „Ihre Mutter ist Ihnen ein Vorbild und auch Sie selbst sind eine Superwoman: Sie sind jung, weiblich, erfolgreich. Was motiviert Sie?“
Britta Berrenbaum: „Gemeinsam mit meiner Familie etwas Neues aufzubauen und zu zeigen, dass man etwas bewirken kann wenn man sich traut gemeinsam Risiken einzugehen. Deswegen ziehe ich viel Stärke aus dem Zusammenhalt und der Unterstützung meiner Familie. Und auch das positive Feedback von Kunden, wenn ein Projekt erfolgreich umgesetzt wird ist immer wieder eine große Motivation.“

Frage: „Was bedeutet für Sie „female Leadership“?“
Britta Berrenbaum: „Ich finde es sehr schwierig „female leadership“ zu bewerten und meinen eigenen Führungsstil zu reflektieren, da ich keinen Unterschied in meiner Umsetzung im Vergleich zu männlichen Kollegen sehe.“

Frage: „Was tun Sie in Ihrem Unternehmen, um Frauen zu fördern?“
Britta Berrenbaum: „Wir versuchen jeden unserer Mitarbeitenden als Individuum zu sehen und so zu fördern wie er oder sie es benötigt. Dabei versuchen wir stets, „Out of the Box“ zu denken. So ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir Kolleginnen im technischen Bereich beschäftigen und einen Kollegen in seiner 12-monatigen Elternzeit unterstützen.“

Frage: „Sie sind ein Vorbild für junge Frauen. Was ist Ihr Erfolgsrezept?“
Britta Berrenbaum: „Wichtig ist es sich zu priorisieren und realistische kurz- und mittelfristige Ziele zu setzen. Und manchmal auch mit 80% zufrieden zu sein und zu starten. Das spart vieles an Ressourcen ein und man läuft weniger Gefahr übers Ziel hinaus zu schießen. Wichtig ist aber da bei auch von der 80% Lösung. 100% überzeugt zu sein und auch dementsprechend sicher auf zutreten. Man kann sich noch so gut auf Termine, Projekt oder ähnliches vorbereiten, am Ende kommt es oft anders als gedacht,  aber das sind Situationen in denen man durch sicheres und bestimmtes Auftreten besonders als Frau punkten kann.“

flexible. digital. reliable
Firma: bits-to-dots GmbH & Co. KG
Standort: Langenfeld
Mitarbeitende: 12
Branche: Digitaldruckerei für Verpackungen und Herstellung von Prototypen

 

Nadine Kracht, Vertrieb Credo, Haan:

„…meine Mutter Gabriele Kracht, weil sie als Unternehmerin auf Work-Life-Balance gesetzt hat, als das Wort noch nicht erfunden war.“

Gabriele und Nadine Kracht

Frage: „Ihre Mutter ist Ihnen ein Vorbild und auch Sie selbst sind eine Superwoman: Sie sind jung, weiblich, erfolgreich. Was motiviert Sie?“
Nadine Kracht: „Zum einem kann ich mich hier bei meiner Mutter bedanken, die mir ein unendliches Vertrauen entgegenbringt, welches mir ein gutes Gefühl hinterlässt. Zudem ist mir natürlich die Aufrechterhaltung der Familiengeschichte sehr wichtig. Ich bin nun die 5. Generation, die unser Unternehmen leiten darf und es macht mir unheimlich viel Freude.“

Frage: „Was bedeutet für Sie „female Leadership“?“
Nadine Kracht: „Das ist eine sehr gute Frage. Für mich persönlich ist „female Leadership“ eine gesunde Mischung aus Struktur, Flexibilität und Motivation. Jeder Beschäftigte sollte die Gelegenheit haben, sich zu entwickeln und selbst zu finden. Wir in den Führungspositionen sind dafür da, die Stärken eines jeden zu entdecken, diese zu fördern und in den einzelnen Bereichen gezielt einzusetzen, um als „große Familie“ funktionieren zu können. Und dies mit Spaß und Freude an der Arbeit.“

Frage: „Was tun Sie in Ihrem Unternehmen, um Frauen zu fördern?“
Nadine Kracht: „Wir nehmen bei Credo keine Differenzierung zwischen Mann und Frau vor. Wir gehen individuell auf jedes Bedürfnis jedes einzelnen Mitarbeitenden ein und versuchen unseren Mitarbeitern – vor allem denen mit Kindern – das Arbeitsleben so einfach wie möglich zu machen. So ist es bei uns z. B. so geregelt, dass wir flexible Arbeitszeiten haben und diese an den einzelnen Mitarbeitenden anpassen, damit es möglich ist, das Kind vorher zum Kindergarten/ zur Schule zu fahren.“

Frage: „Sie sind ein Vorbild für junge Frauen. Was ist Ihr Erfolgsrezept?“
Nadine Kracht: „Erfolgsrezept würde ich das jetzt nicht nennen. Man sollte authentisch sein. Seine Stärken und Schwächen kennen und wissen wie man auch seine Schwächen als Stärke nutzen kann. Sich selbst vertrauen und auch über seinen eigenen Schatten springen können. Sich Fehler eingestehen und sie beim Nächsten mal vermeiden. Wir alle entwickeln uns unterschiedlich schnell, haben unterschiedliche Meinungen und eigene Persönlichkeiten und diese gilt es, zu modifizieren und ganz man selbst zu sein und dieses auch zu können.“

Quality First
Firma: CREDO Handelsgesellschaft mbH
Standort: Haan
Mitarbeitende: 35
Branche:Handel & Metallverarbeitung

 

 

 

 

 

 

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