Vereinbarkeit als Wettbewerbsfaktor anerkannt

von Pia Windhövel

Familie und Baby

Dass Betriebe mit einer familienfreundlichen Personalpolitik im Wettrennen um Fachkräfte siegen, hat sich mittlerweile auch bei KMU etabliert. Zwei von drei kleinen und mittleren Unternehmen haben bereits konkrete Maßnahmen umgesetzt, um familien­freundlichere Arbeits­bedingungen zu schaffen. Das hat die Förderbank KFW kürzlich veröffentlicht. Demnach sind vor allem die wissensintensiven Industrie- und Dienstleistungs­unternehmen in Punkto Vereinbarkeit von Familie und Beruf gut aufgestellt. Zudem ist der Großteil der befragten KMU optimistisch, dass die Digitalisierung die Vereinbarkeit weiter erleichtern wird.

Die Digitalisierung hilft

Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice gehören im Mittelstand zu den am häufigsten umgesetzten Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, so die KFW. Bisher eher selten sei jedoch die Unterstützung bei der Kinder­betreuung oder der Pflege von Angehörigen.

Frau im Homeoffice

Eine Studie, die im Auftrag des Bundesfamilienministeriums bereits 2015 durchgeführt wurde, zeigte wie wertvoll die Möglichkeit des Arbeitens von zuhause aus Sicht der Mitarbeitenden ist. So geben 93 Prozent der berufstätigen Eltern an, dass ihnen durch das Arbeiten zuhause die Vereinbarkeit von Familie und Beruf leichter fällt. Durch den Wegfall von Wegzeiten sparen sie durchschnittlich 4,4 Stunden wöchentlich ein – Zeit, die sie vor allem mit ihren Kindern verbringen. Vor allem Frauen profitieren, denn sie machen häufig den Großteil der unbezahlten Arbeit in der Familie – auch wenn beide Partner Vollzeit arbeiten, stellt die KFW in ihrer Auswertung fest.

Familienfreundlichkeit hilft beim Recruiting

Rund 53 Prozent der KMU, die bereits betriebliche Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit umgesetzt haben, stimmen zu, dass diese ihnen bei der Gewinnung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen. Ein noch größerer Anteil von 58 Prozent der engagierten Unternehmen sieht familienfreundliche Arbeitsbedingungen als Instrument zur langfristigen Bindung von Personal.

Lesen Sie auch unsere „5 Gründe, warum Familienfreundlichkeit mehr Erfolg im Unternehmen bringt“.

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