Ein Angebot für qualifizierte Frauen mit Fluchterfahrung und KMU
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MENTEGRA ist ein Mentoring-Programm zwischen KMU und qualifizierten Frauen mit Fluchtgeschichte. Diese sollen mit Hilfe von Mentorinnen und Mentoren auf dem Weg in die deutsche Arbeitswelt begleitet werden. Das Fachkräftepotential der Frauen soll für Unternehmen sichtbar werden.
Wie funktioniert es?
Mentor/-innen und Mentees bewerben sich bei uns und werden auf Basis von Qualifikationen, Interessen und Wünschen paarweise zusammengeführt. Das Mentoring läuft über einen Zeitraum von 12 Monaten, in denen sich die Tandems so oft treffen können, wie sie möchten. Wir empfehlen ein Treffen mindestens alle 4-6 Wochen. Die Treffen werden nach den Wünschen und Fragen der Mentees ausgestaltet. Das Kompetenzzentrum bietet zusätzlich Workshops an, in denen die Mentees zu arbeitsmarktrelevanten Themen geschult werden. Eine externe Prozessbegleitung hilft bei Fragen, die über das Organisatorische hinausgehen: Wenn die Chemie nicht stimmt oder es einen Konflikt innerhalb des Tandems gibt, hilft sie weiter.
Der nächste Durchgang startet im Juni 2025. Sie können sich bereits bewerben …
als Mentorin oder Mentor
als Mentee
Welche Chancen bietet das Programm für Mentees?
- Ideen für den Berufsweg entwickeln
- Einblicke in die Strukturen der deutschen Berufswelt erhalten
- Die eigenen Fähigkeiten reflektieren
- Mut zur eigenen Karriere entwickeln
- Kontakte knüpfen
- Eigenes Netzwerk aufbauen
Was sollte eine Mentee mitbringen?
- Fluchtgeschichte: Sie sind innerhalb der letzten Jahre nach Deutschland geflüchtet, bzw. neu zugewandert
- Qualifikation: Sie haben in Ihrem Herkunftsland einen Hochschulabschluss / eine Ausbildung absolviert oder verfügen über langjährige Berufserfahrung
- Sprachkenntnisse: Sie verfügen über gute Deutschkenntnisse
- Rechtlich: Sie haben einen Aufenthaltsstatus mit Bleibeperspektive
- Zeit: Sie sind bereit, regelmäßig an Treffen und Veranstaltungen teilzunehmen
Welche Chancen bietet das Programm für KMU, Mentorinnen und Mentoren?
- Neue Fach- und Führungskräfte für das eigene Unternehmen kennenlernen
- Kontakte zu anderen Unternehmen knüpfen
- Weiterbildung zu den Themen Diversity, Flucht und Ankommen in Deutschland
- Ausbau der interkulturellen Kompetenz
- Beitrag zu chancengerechter Personalentwicklung
Was sollten Mentorinnen und Mentoren mitbringen?
- Führungserfahrung oder Erfahrung in einer verantwortungsvollen Position
- Sie möchten Ihr Wissen mit qualifizierten, geflüchteten Frauen teilen und sie in ihrer beruflichen Entwicklung unterstützen
- Sie möchten einen gesellschaftlichen Unterschied machen
- Sie sind sensibel für interkulturelle Unterschiede, bzw. offen, dazuzulernen
- Sie können 2 – 3 Stunden Zeit pro Monat aufwenden
FAQs zu MENTEGRA
Wer kann Mentorin/Mentor werden?
Jede Person mit Berufs- oder Führungserfahrung, die ihr Wissen weitergeben möchte. Fachspezifisches Wissen ist nicht nötig – es geht um Orientierung am deutschen Arbeitsmarkt, Ermutigung und Netzwerke.
Wie viel Zeit muss ich investieren?
Circa 2–3 Stunden pro Monat. Das kann ein Treffen, ein Telefonat oder ein Workshop-Besuch sein.
Was genau soll in den Tandemtreffen besprochen werden?
Es gibt keine festen Vorgaben, was in den Tandemtreffen besprochen werden muss – und genau das ist die Chance für die Mentees! Sie sind dazu eingeladen, die Treffen aktiv mitzugestalten und ihre individuellen Fragen und Anliegen vorzubereiten.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das informelle Wissen über den deutschen Arbeitsmarkt. Was wird von Bewerberinnen und Bewerbern erwartet? Was gilt als „gute Bewerbung“? Welche unausgesprochenen Regeln gibt es? Gerade diese Art von Wissen ist oft nicht in Ratgebern zu finden und kann von den Mentorinnen/Mentoren aus erster Hand vermittelt werden.
Besonders spannend: Das Bewerbungsverfahren ist nicht überall gleich. Es gibt nicht nur branchenspezifische Unterschiede, sondern auch kulturelle. Was in einem Land als normal gilt, kann in einem anderen eher unüblich sein. Genau deshalb sind die persönlichen Erfahrungen und das Know-how der Mentorinnen/Mentoren so wertvoll.
Um die Orientierung zu erleichtern, hier eine Liste möglicher Themen, die in den Treffen aufgegriffen werden können:
- Karriereplanung und persönliche Ziele: Wie definiert man realistische Karriereziele? Welche Schritte sind nötig, um dorthin zu kommen?
- Weiterbildung und Qualifikationen: Welche Weiterbildungen oder Zertifikate könnten die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern?
- Arbeitskultur und -erwartungen in Deutschland: Was sind typische ungeschriebene Regeln im Arbeitsalltag? (z. B. Pünktlichkeit, Feedback-Kultur, Teamarbeit)
- Überarbeitung der Bewerbungsunterlagen: Wie erstellt man einen überzeugenden Lebenslauf und ein aussagekräftiges Anschreiben? Welche Formulierungen kommen gut an, welche eher nicht?
- Stellensuche: Wo und wie findet man passende Stellenangebote – von bekannten Jobportalen bis hin zu versteckten Möglichkeiten im sogenannten „verdeckten Arbeitsmarkt“.
- Stellenanzeigen richtig verstehen: Was verrät eine Stellenanzeige wirklich? Wie interpretiert man das Anforderungsprofil und erkennt, ob man gut passt – auch wenn man nicht alle Kriterien erfüllt?
- Selbstpräsentation und Elevator Pitch: Wie stellt man sich und seine beruflichen Stärken in kurzer Zeit überzeugend vor – sei es im Vorstellungsgespräch, bei einem Networking-Event oder auf LinkedIn?
- Networking und berufliche Kontakte knüpfen: Wie baut man ein berufliches Netzwerk auf? Welche Plattformen (z. B. LinkedIn, XING) sind dafür sinnvoll, und wie pflegt man Kontakte nachhaltig?
- Bewerbungsfoto: Ist ein Foto überhaupt notwendig? Wenn ja, worauf sollte man achten, damit es professionell und authentisch wirkt?
- Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche: Welche Fragen sind typisch? Wie bereitet man sich darauf vor, um souverän und selbstsicher aufzutreten? Wie kann man seine Stärken gezielt in den Vordergrund stellen?
- Gehaltsverhandlungen: Wann spricht man über Gehalt? Welche Argumente sind überzeugend, und wie bleibt man dabei freundlich, aber selbstbewusst?
- Umgang mit Absagen und Rückschlägen: Wie bleibt man dran, wenn es nicht direkt klappt? Welche Strategien helfen, um motiviert zu bleiben und aus Absagen zu lernen?
Kurz gesagt: In den Tandemtreffen geht es nicht nur darum, Informationen zu bekommen, sondern auch darum, die eigene Strategie für den Bewerbungsprozess zu entwickeln – individuell und praxisnah.
Ich kenne mich nicht mit den Themen Aufenthaltsrecht, Arbeitsgenehmigung, Wohnungssuche und ähnlichem aus. Ist das ein Hindernis?
Nein, gar nicht! Damit Sie sich auf das Mentoring konzentrieren können, unterstützen die Arbeitsmarktexpertinnen und –experten aus unserer Projektgruppe bei Fragen zu organisatorischen Dingen wie Amtsgängen, Wohnungssuche oder Kinderbetreuung. Kommen solche Fragen bei den Mentees auf, können Sie diese an uns weiterleiten.
Wird von mir erwartet, dass ich meiner Mentee eine Praktikumsstelle oder ein Stellenangebot in meinem Unternehmen anbieten kann?
Nein – bei unserem Projekt handelt es sich nicht um eine Stellenbörse. Sollte es sich ergeben, dass die Mentee in Ihrem Unternehmen ein Praktikum oder eine Hospitanz absolvieren kann, wäre das schön. Es ist aber keine Voraussetzung für die Teilnahme am MENTEGRA-Programm.
Was, wenn ich keine interkulturelle Erfahrung habe?
Kein Problem! Es geht darum, offen und neugierig zu sein. Wir bieten zudem für alle Mentorinnen und Mentoren vorbereitend ein Diversity-Training an, um gut vorbereitet in die Arbeit mit der Zielgruppe zu starten.
Wie steht es um die Deutschkenntnisse der Mentees?
Das Level an Deutschkenntnissen der Mentees ist unterschiedlich. Sicherlich sprechen sie noch nicht perfekt, sind aber alle in der Lage, Gespräche zu führen. Ein schöner Nebeneffekt der Arbeit im Tandem für die Mentees ist sicherlich auch, dass sie flüssiger in der Sprache werden. Fällt einem mal ein passender Ausdruck nicht ein, kann auch ein Übersetzungstool auf dem Smartphone eine Hilfe sein.
Haben Sie Interesse, Mentee oder Mentorin/Mentor zu werden? Wir freuen uns sehr, Sie kennenzulernen!
Kontakt: Mirka Dickmann, Telefon: 0211/17302-29, E-Mail: m.dickmann-competentia@zwd.de
Der nächste Durchgang startet im Juni 2025. Sie können sich bereits bewerben.
Mit MENTEGRA stehen wir gemeinsam für mehr Integration und Vielfalt auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Die Projektgruppe
Hinter MENTEGRA steht eine Projektgruppe aus Arbeitsmarktexpertinnen und -experten:
- Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung Düsseldorf
- Amt für Migration und Integration Düsseldorf
- Agentur für Arbeit Düsseldorf
- Agentur für Arbeit Mettmann
- Gleichstellungsbeauftragte Kreis Mettmann
- Industrie- und Handelskammer – IHK Düsseldorf
- IQ-Netzwerk NRW West
- Jobcenter Düsseldorf
- Jobcenter Mettmann
- Migrantinnenverein Düsseldorf e.V.
- Multikulturelles Forum Düsseldorf e.V.
Was ist unsere Motivation?
63 % der geflüchteten Frauen in Deutschland haben in ihrem Herkunftsland eine weiterführende Schule, berufliche Bildungseinrichtung oder eine Hochschule besucht. Und doch sind 57 % der Frauen, die eine Arbeit in unserem Land finden, unterhalb ihres Qualifikationsniveaus beschäftigt. (Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit KdöR (IAB))
Mit unserem neuen Projekt MENTEGRA möchten wir diesem Trend entgegenwirken. Dafür übernehmen wir das Erfolgskonzept aus der Region Köln auch für Düsseldorf und den Kreis Mettmann: Ein Mentoring-Programm zwischen KMU und qualifizierten Frauen mit Fluchtgeschichte.
Das Potenzial dieser Frauen soll sichtbar werden. Sie sollen entsprechend ihrer Qualifikation beschäftigt werden und die Möglichkeit bekommen, sich eine stabile finanzielle Basis aufzubauen. Gleichzeitig wird dem Fachkräftemangel durch den Aufbau einer neuen Zielgruppe entgegengewirkt.
Mit dem Programm sprechen wir insbesondere kleine und mittlere Unternehmen aus der Region an, die interessiert sind, ihr Wissen an die Mentees weiterzugeben. Hierbei handelt es sich nicht um eine Stellenbörse, sondern vielmehr um eine Hilfestellung, die die Mentees nach ihren Bedürfnissen und Wünschen ausgestalten können.